Details

High Potential: Kartellrechtliche Bekehrerin
Isabella Hartung, 32, Partner bei Barnert Egermann Illigasch.

Am Collège d'Europe in Brügge haben schon viele berufliche Erfolgsgeschichten ihren Anfang genommen. So auch jene von Isabella Hartung. "Bei einem Karrieretag hatte ich dort meine erste Begegnung mit Michael Barnert", erzählt die Kartellrechtsexpertin. Ihr jetziger Partner in der Kanzlei war damals auf Recruiting-Tour für die Wiener Sozietät Bruckhaus Westrick Heller Löber und konnte der Studentin eine Laufbahn als Advokatin schmackhaft machen. "Obwohl ich durch meine Eltern erblich vorbelastet bin, wollte ich nie diesen Beruf ergreifen." Im Jahr 2000 heuerte sie bei der mittlerweile durch eine Fusion in Freshfields Bruckhaus Deringer umbenannten Sozietät an.

In Belgien stellte Hartung nicht nur ihre beruflichen Weichen, sie entdeckte während mehrerer Praktika bei europäischen Institutionen auch ihre Passion für das Kartellrecht. Deren Vertretern hafte ob der inhaltlichen Opposition zum lukrativen Übernahmerecht das "Image der Verhinderer" an. "Mir macht es Spaß, die Menschen zum Kartellrecht zu bekehren", schmunzelt die Juristin, die bereits einige Werke zu ihrem Spezialgebiet publiziert hat.

Barnert und zwei weitere Kollegen aus der Sozietät hatten sich 2004 mit einer auf Wirtschaftsrecht spezialisierten Kanzlei selbstständig gemacht. In den drei Jahren seit der Gründung wuchs die Sozietät auf insgesamt neun Mitarbeiter an. Besonders stolz ist man trotz des kurzen Bestehens des Unternehmens auf Erwähnungen in internationalen Directories – den "Who is Who" der Anwaltsbranche.

Auch Hartung suchte, nachdem sie auf Secondment im Londoner Büro der Kanzlei gearbeitet hatte, nach neuen Herausforderungen. "Wenn ich mich nicht jetzt selbstständig mache, dann nie", dachte sie sich. Anfang des Jahres stieg die erst 32-Jährige bei Barnert Egermann Illigasch Rechtsanwälte als Partner ein. "Mit den Kollegen ergänze ich mich gut. Sowohl menschlich als auch juristisch", meint die Kartellrechtlerin.

von Nikolaus Koller
© 2007 Die Presse, Wien